Und es hat Spass gemacht

Heute konnte ich verschiedene Microsoft Kinect-Spiele für die Xbox erstmals ausführlich testen. Und mein Eindruck: witzig, spassig, funktioniert. Und das, obwohl ich noch nicht die finalen Spielversionen zu sehen bekommen habe.

Überrascht hat die Disziplin Fussball von Kinect Sports. Für einmal kickt man wirklich mit dem Fuss, gibt Pässe oder hält Bälle, statt bloss am Gamepad die Knöpfchen zu drücken. Wie präzis man spielen kann oder ob man dribbeln kann, konnte ich in der kurzen Zeit jedoch nicht herausfinden. Auf jeden Fall auch ein Spiel für nicht-Fussballer.

Auch Bowling macht Spass, da man anders als bei Wii nicht Angst haben muss, dass man die Fernbedienung aus der Hand verliert. Erstaunlich auch, wie gut die Kinect-Sensoren erkennen, wie man die Kugel abgibt, ob man bei der Abgabe verzieht oder einen Drall reingibt.

Das Tanzspiel Dance Central dürfte besonders Mädchen jeden Alters reinnehmen - und nicht mehr loslassen. Anders als bei andern Tanzspielen geht es nicht nur darum, mit dem Fuss die richtige Matte zu treffen - hier ist der ganze Körper gefragt. Nebenbei lernt man tanzen, übt neue Figuren und Choreografien. Bald dürfte es eine Generation Dance Central geben, die genau weiss, wie man diesen oder jenen Song "richtig" "danct".

Für den Einstieg genau richtig ist Kinect Adventures, das mit jedem Kinect Sensor ausgeliefert wird; erhältlich ab 10. November für 220 Franken. Hier geht es etwa darum, in einem Raum soviele Blasen wie möglich einzusammeln. Wenn man die Arme wie Flügel schlägt, hebt man ab, legt man die Arme wieder an, gehts wieder runter. Auch die dritte Dimension ist im Spiel: So muss man auch vor und zurückgehen, um alle Blasen einzusammeln. Mir hats gefallen. In einem andern Spiel rast man auf einem Gummiboot den Fluss hinunter oder versucht mittels Gewichtsverlagerung das Boot zu steuern und Hindernissen mittels Sprüngen auszuweichen.

Für die ganz Kleinen gibts Kinectimals. Nicht sehr neu oder originell, aber hübsch gemacht - als wäre man mitten im "Dschungelbuch". Natürlich geht es darum - Nintendogs ahoi! - ein Tierchen, etwa einen kleinen Tiger zu pflegen und hegen, zu kraulen und zu trainieren. Je besser man ihn trainiert, desto besser absolviert er die Parcours, respektive ich. So muss ich an Ort rennen, um den Tiger in Bewegung zu setzen,  muss hüpfen, wenn ihm eine Hürde im Weg steht, muss balancieren, wenn er über einen Haag gehen soll und muss mich ducken, wenn es durch eine Röhre hindurch geht. - Ganz schön anstrengend und sicher gut, um Kids spielend in Bewegung zu bringen. Andrerseits wirkt es einfach komisch, wenn meine Hände in der Luft angeblich ein Tier streicheln. Ich hoffe, Kinder werden auch in Zukunft richtige Tiere zum streicheln haben.

Alles in allem hat mir Kinect Spass gemacht und mich positiv überrascht. Ich musste wirklich mit vollem Körpereinsatz spielen - zierte ich mich, punktete ich nicht. Die Reaktionszeit ist erstaunlich schnell und die Sensoren erkennen viel präziser als bei der letzten Vorführung im Mai, was meine Hand, meine Füsse etc. machen. Die Stärke von Kinect Games liegt eindeutig im Miteinander-Spielen - ob die Spiele auch Simone allein zuhaus begeistern könnten, wage ich zu bezweifeln.