Chaotischer Bubenstreit mit Folgen

Mein "Zipped" in der letzten SonntagsZeitung widmet sich dem Streit zwischen dem Ex-Wikilkeak-Mann Daniel Domscheit-Berg (DDB) und Wikileaks-Chef Julian Assange. Unter anderem geht es um 3000 Dokumente, die DDB beim Weggang von Wikileaks mitgenommen. Er wolle sie erst wieder zurückgeben, wenn Assange beweisen könne, dass seine Whistleblower-Plattform Wikileaks wirklich sicher sei. Das hat DDB im Frühling auch im Interview gegenüber der SonntagsZeitung bestätigt.

Mittlerweile zieht der Streit weite Kreise -  bis in den Chaos Computer Club (CCC) bzw. zu Andy Müller-Maguhn, der nach eigenen Angaben zwischen den beiden Streithähnen zu vermitteln suchte. An einem Hackertreffen vorletztes Wochenende in Deutschland eskalierte der Streit mit dem Ausschluss von DDB aus dem CCC.

Jetzt gibt es neue Schlagzeilen, die einem zu denken geben: Wie der deutsche "Freitag" schreibt, hat Wikileaks ein noch viel grösseres Sicherheitsproblem als bisher bekannt war

Das alles könnte uns eigentlich kalt lassen - lasset beleidigte Bubenegos halt "chären", was interessiert es uns - wenn es letztlich nicht um die Idee der Transparenz durch Whistleblower-Plattformen ginge, die auf dem Spiel steht.

Und der Fall zeigt auch, dass wir eines nicht vergessen dürfen: Dass bei der ganzen Diskussion um Sicherheit und sichere Plattformen der Mensch und seine empfindliche Seele der grösste Unsicherheitsfaktor ist und bleibt.