Appolino - die erste eigenständige Lern-App für Schulkinder

Der Lehrmittelverlag St. Gallen hat unter dem Namen "Appolino" zwei erste von insgesamt sechs geplanten Lern-Apps herausgebracht, die sich als ganz eigenständige Lernwerkzeuge verstehen.  Die Lern-App "Zahl und Menge" steht im App Store für 28 Fr. bereit, die Testversion ist gratis. Von der Deutsch-App ist erst eine abgespeckte Gratisversion erhältlich. 

Beide Apps, die Autor Achim Arn zusammen mit Experten der Pädagogischen Hochschule St. Gallen unter der Projektleitung der LerNetz AG entwickelt hat, sind erfrischend übersichtlich und liebevoll gestaltet. Jede App umfasst 9 Module und richtet sich an Kinder von der 1. bis zu 4. Klasse. Im Zentrum steht das individuelle Lernen. Lehrpersonen sind aber auch aufgefordert, die App in den Unterricht einzubetten. 

Wer sich etwas damit beschäftigt hat, merkt bald, dass hier eine Lern-App mit viel Potenzial entwickelt wurde. Die Übungen sind durchdacht und haben Hand und Fuss. So erinnern mich etwa die Rechenübungen mit den Klötzchen an meine eigenen ersten Rechenversuche mit den farbigen Stäben im Jahr 1973. Leider war mir damals damit immer langweilig, weil ich - ich muss jetzt etwas blöffen - lange vor allen andern die Lösungen hatte.

Das ist heute mit der App anders: Hier kann jedes Kind das Tempo anschlagen, das ihm entspricht. Auch die Übungen sind abgestimmt: Macht ein Kind einen Fehler, lauten die nächsten Fragen anders, als wenn es sie richtig beantwortet hätte.

Wichtig ist laut Arn auch, dass die Kinder in diesem Alter etwas mit den Fingern bewegen können, seien es Klötzchen, Wortteile oder Gegenstände, die an den richtigen Ort geschoben werden müssen.

Ebenso wird Wert darauf gelegt, dass die Kinder sofort Rückmeldung zu ihren Lösungen bekommen. "Dann lernt ein Kind am meisten", weiss Arn. Wenn der Lehrer am nächsten Tag die Lösung bekannt gibt, habe ein Kid keine Ahung mehr, was es sich bei der Frage überlegt habe. 

Der Wiler Primarlehrer Arn wurde aus Not zum App-Entwickler. Das iPad sei zwar ideal für Kinder und Kindergartenkinder, weil es intuitiv zu bedienen sei. "Aber was nützt das, wenn kluge, brauchbare Inhalte fehlen?". So machte er sich kurzerhand selbst an die Arbeit. Geplant sind übrigens auch Versionen für Android- und Windows 8-Tablets.

Hier gehts zum Artikel in der SonntagsZeitung vom 28.10.2012