Mobile World Congress in Barcelona: auf Nokias Fersen

Nokia-CEO Stephen Elop in Barcelona

Vom MWC in Barcelona habe ich nicht nur eine paar Fotos, sondern auch eine Geschichte über Nokia heimgebracht. Nokia, die Handyfirma, an die viele Anwender in Europa ihr Herz verloren haben. Viele von den Leuten, die sich noch kein Smartphone angeschafft haben, sind treue Nokia-Fans - bisher konnten und wollten sie nicht zugreifen, weil die Finnen noch kein rechtes Smartphone auf dem Markt hatten. 

Das hat sich jetzt geändert: Nokia hat am MWC das vierte Nokia Lumia angekündigt - ihr viertes Modell mit Windows Phone 7. Mit dem Nokia Lumia 610 befindet sich auch einesdrunter, das für all die treuen Fans gedacht ist, die gar nicht mehr als einen 3,7-Zoll-Bildschirm mit 480 x 800 Pixeln Auflösung und 8 GB Speicher wollen! Und davon gibt es viele treue Nutzer und vor allem Nutzerinnen.

Mein Gesamteindruck zur Lage Nokias nach der MWC: Die Aufgabe, im Smartphone-Geschäft vorne mitzumischen, ist EXTREM schwer zu erfüllen. Aber die Finnen mit CEO Stephen Elop an der Spitze geben Vollgas - sie wollen es wirklich nochmals wissen. Das ist in Barcelona deutlich rüber gekommen: im Interview mit dem Schweizer Michael Halbherr,  aber auch in den wahrhaftig wirkenden und souveränen  Auftritten von Elop und Konsorten. (Gut, wurde diesmal der brüllende Über-Amerikaner der letzten Nokia World, dessen Name ich nicht kenne, diesmal nicht auf die Bühne gelassen). Sie alle sind mit jeder Faser dabei, Nokia nochmals nach vorn zu bringen. 

Eine kleine Chance bleibt, wenn Microsoft im Herbst Windows 8 lanciert und auf PCs und Tablets portiert. Das könnte cool werden, wie erste Betatest-Berichte verlauten lassen. Flopt's oder topt's? - davon hängt Nokias (und Microsofts) Zukunft ab. 

Lesen Sie den Artikel in der SonntagsZeitung vom 4. März 2011 (PDF).