E-Lehrmittel (Nachtrag): A. Von Gunten: "Buchzentrum betreibt Marktabschottung"

Im Rahmen der Geschichte über die Plattform für digitale Lehrmittel in der SonntagsZeitung vom 24. Juni 2012 habe ich viel mehr Informationen zusammengetragen, also ich schliesslich im Blatt verwenden konnte. Unter anderem habe ich auch Andreas Von Gunten um seine Meinung gebeten, der im Sommer 2011 den Verlag Buch & Netz gründete. Bücher und Online-Inhalte veröffentlicht er in der Regel unter einer Creative Commons Lizenz  im Web. 
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Seine Meinung finde ich interessant - und möchte Zitate aus seinem E-Mail an dieser Stelle nachtragen -, weil er ein Mann ist, der nicht im Buchhandel gross geworden und auch kein ein typischer Verleger ist. Er kommt (als Gründer des Cloud Computing Dienstleisters Parx und der Web Agentur Mediaparx AG und als ehemaliger Geschäftsführer der Blogwerk AG) vielmehr "aus dem Internet", das heisst: er kommt daher, wohin die Buch-Branche im Allgemeinen und Buchzentrum-Chef Andreas Grob  im Besonderen hin will.
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So findet Von Gunten etwa, dass es statt eine E-Lehrmittel Plattform  eher eine bräuchte, "welche die Herstellung, die Verteilung und die Nutzung von «open educational ressources» in der Schweiz unter Creative Commons Lizenzen fördert. Gerade Lehrmittel, die letztendlich durch die Öffentlichkeit finanziert werden, ist es absolut unnötig diese durch ein Geschäftsmodell vertreiben zu lassen, welches auf der Verknappung und Monopolisierung der Lehrmittel-Inhalte basiert. " 
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Es überrascht kaum, dass nach Meinung Von Guntens die Buchbranche die Digitalisierung verschlafen hat: "Es gibt in der Branche ausser ein paar wenigen Aussenseitern fast niemand der das Internet bzw. das Web mag, geschweige denn versteht." - Auch ich denke, dass ein grosses Problem des Buchzentrums darin liegt, dass diese "Leute des gedruckten Buches" Vorbehalte gegenüber dem Internet haben. Mit ihrem Herzen wollen sich nicht damit befassen - aber sie müssen jetzt einfach. Andreas grob muss einfach. Das merkt man: Es ist keine Leidenschaft dabei! (Auch nicht bei der Lösung der Webshops, die das Buchzentrum kürzlich den Buchhandlungen verpasst hat.)
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Die Branche schottet sich offensichtlich ab und lässt nichts "Anderes" rein lässt, wie Von Gunten im E-Mail schreibt. So beliefert das Buchzemtrum laut Von Gunten etwa nur Buchhandlungen mit Ladengeschäften; Quereinstiger werden absichtlich draussen gehalten:
"Ich habe erst wenig Kontakt mit dem Buchzentrum gehabt. Ihren bisherigen Job, die Logistik für gedruckte Bücher, werden sie sicher gut machen. Aber das Buchzentrum ist auch eine Branchenunternehmung, die Marktabschottung betreibt. So werden in der Regel nur "Buchhandlungen" mit Ladengeschäft beliefert. Bei reinen online Buchhandlungen werden Ausnahmen gemacht, wenn bestimmte Auflagen erfüllt werden. So wird gefordert, dass ein  "ausgebildeter Buchhändler" angestellt und für den Online Shop zuständig ist, usw. Sprich, das Buchzentrum, wie auch die ganze Branche wehrt sich gegen alles was von aussen kommt. Das ist meiner Ansicht nach auch der Hauptgrund, warum die Branche den Anschluss an die vernetzte Welt nicht findet. Alles was nicht in das bisherige Schema passt, wird nicht nur nicht begrüsst, sondern möglichst ferngehalten. "
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Dieses Mauern der Branche bzw. des Buchzentrums bekam auch ich bei meiner Recherche zu spüren: Jedes Gespräch, das ich führte, jeder Telefonanruf, den ich machte - sei es mit dem SBVV, einem Verlag oder mit der Interkantonalen Lehrmittelzentrale - wurde sofortan Grob rapportiert. Dieser hat auch alle Lehrmittelverlage verpflichtet, gegenüber der SonntagsZeitung nicht über die neue Plattform zu sprechen. 
Doch solange Andreas Grob so mauert, kann das Projekt kein gutes Ende finden. Es braucht Leute, die nicht nur keine Angst vor dem Web haben, ja mehr noch: Leute, die es lieben, damit aus so einem Projekt etwas Gutes wird!