Leserbriefe zum Interview über Informatik im Unterricht

Das Interview mit dem ETH-Professor Juraj Hromkovic, der Informatik an den Schulen fordert, aber wenig von einem fach Medienbildung hält, hat Leserbriefe provoziert, die am 26.8.2012 in der SonntagsZeitung erschienen sind:

Unverantwortlicher ETH-Professor

«Staune über informatischen Analphabetismus»

SonntagsZeitung vom 19. 8. 2012

Mit grossem Befremden habe ich das Interview mit ETH-Professor Juraj Hromkovic gelesen. Dass er fordert, die Informatik solle sich schon an der Volksschule stärker nach der wissenschaftlichen Informatik ausrichten, ist sicher ein wertvoller Diskussionsbeitrag. Unverständlich ist mir aber, warum er mit vollkommen haltlosen Argumenten die Medienbildung sowie die pädagogischen Hochschulen diffamiert. Als fundierter Kenner kann ich nur staunen, was für ein seltsames, veraltetes Bild von Medienbildung Hromkovic da vertritt. Das ist unverantwortlich, weil wir mit dem Lehrplan 21 die Chance haben, dass Schüler wirklich auf die Herausforderungen der Mediengesellschaft vorbereitet werden. Das darf durch unnötige Grabenkämpfe nicht gefährdet werden.
Thomas Merz, Pädagogische HOchschule Thurgau

Mit Interesse und Verwunderung habe ich das Interview mit Professor Juraj Hromkovic gelesen. Medienbildung bedeutet weitaus mehr als die Bedienung von Geräten. Es geht um Medienkompetenz im umfassenden Sinn. Also darum, mit Medien und deren Inhalten kritisch, selbstbestimmt und verantwortungsvoll umzugehen. Medienkompetenz befähigt, Chancen zu nutzen und Gefahren einzuschätzen, sie fördert die Partizipation. Hierfür brauchen wir das Unterrichtsfach «Medienbildung», das Aspekte der Informatik beinhaltet.
Friederike Tilemann, Pädagogische Hochschule Zürich