Openleaks

Chaotischer Bubenstreit mit Folgen

Mein "Zipped" in der letzten SonntagsZeitung widmet sich dem Streit zwischen dem Ex-Wikilkeak-Mann Daniel Domscheit-Berg (DDB) und Wikileaks-Chef Julian Assange. Unter anderem geht es um 3000 Dokumente, die DDB beim Weggang von Wikileaks mitgenommen. Er wolle sie erst wieder zurückgeben, wenn Assange beweisen könne, dass seine Whistleblower-Plattform Wikileaks wirklich sicher sei. Das hat DDB im Frühling auch im Interview gegenüber der SonntagsZeitung bestätigt.

Mittlerweile zieht der Streit weite Kreise -  bis in den Chaos Computer Club (CCC) bzw. zu Andy Müller-Maguhn, der nach eigenen Angaben zwischen den beiden Streithähnen zu vermitteln suchte. An einem Hackertreffen vorletztes Wochenende in Deutschland eskalierte der Streit mit dem Ausschluss von DDB aus dem CCC.

Jetzt gibt es neue Schlagzeilen, die einem zu denken geben: Wie der deutsche "Freitag" schreibt, hat Wikileaks ein noch viel grösseres Sicherheitsproblem als bisher bekannt war

Das alles könnte uns eigentlich kalt lassen - lasset beleidigte Bubenegos halt "chären", was interessiert es uns - wenn es letztlich nicht um die Idee der Transparenz durch Whistleblower-Plattformen ginge, die auf dem Spiel steht.

Und der Fall zeigt auch, dass wir eines nicht vergessen dürfen: Dass bei der ganzen Diskussion um Sicherheit und sichere Plattformen der Mensch und seine empfindliche Seele der grösste Unsicherheitsfaktor ist und bleibt. 

 

 

"Julian wollte das Video für eine Million Dollar verkaufen"

Gespräch mit Daniel Domscheit-Berg


Foto: Phlipp Rohner

Im Rahmen der Trendkonferenz am GDI vom 16. März 2011 konnte ich mit Daniel Domscheit-Berg eine Gespräch führen. Der ehemalige Sprecher der Enthüllungsplattform Wikileaks hat einiges über sein neues Projekt Openleaks (OL) verraten. Leider hatte in der SonntagsZeitung vom 20. März nicht das ganze Interview (Seite 1, Seite 2) Platz, deshalb trage ich hier noch ein paar Fragen und Antworten nach:

 

Was kostet das neue Projekt OL?

Für die 100 Partner dürften operative Kosten von 250000 Euro im Jahr anfallen. Wir möchten das System kostenfrei zu Verfügung stellen, jeder Partner soll uns im Gegenzug ein paar Server bereit stellen, was für uns die operativen Kosten um schätzungsweise 150000 Euro senken würde. So bleiben 100›000 Euro übrig, die wir mit Spenden decken können. Die eine Hälfte werden Medien sein, die andere NGOs. Wir werden 50 Prozent selbst auswählen und 50 Prozent über die Öffentlichkeit bestimmen lassen; die Leute sollen den Organisationen ja vertrauen.

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