Roboter

Die Uni Zürich schickt Rolf Pfeifer in die Zwangspension

Rolf Pfeifer geht. Am Freitag hält der grosse Robotiker seine letzte Vorlesung an der Universität ­Zürich, Ende Juli wird er ein letztes Mal die Tür seines Büros in Zürich-Oerlikon hinter sich schliessen. Bereits jetzt hat er die einst mit Souvenirs, Büchern und Auszeichnungen vollgestopften Regale im Labor für künstliche Intelligenz (KI) halb leer geräumt. Es wirkt tötelig, allein die zwei Paar hingeworfenen Joggingschuhe zeugen von der gewohnten Leben­digkeit des 67-Jährigen.

Lesen Sie mehr in der SonntagsZeitung vom 18.5.2014.

Und hier gehts zum PDF.

Roboter verbindet schwerkranke Kinder mit ihren Klassenkameraden

Im Februar berichtete ich in der SonntagsZeitung von Nao, dem Roboter, den die Univesitätskinderspital beider Basel (UKBB) erstmals in einem Projekt der Kindercity ausprobieren will. Nao soll es dabei Kindern, die lange krankeitshalber in der Schule fehlen, ermöglichen, mit ihren Kameraden in Kontakt zu bleben.

Gesteuert wird Nao via Tablet vom Kind im Spital, sprechen kann er mit dessen Stimme, umgekehrt sehen die Kids in der Schule das Videobild ihres kranken Gspänlis auf dem Tablet, das Nao über dem Kopf trägt.

Wie der Test gelaufen ist, habe ich in der Sonntagszeitung vom 11. Mai 2014 geschrieben (PDF).

Und hier gehts zum ersten Artikel im Februar. 

Wenn der Roboter kranke Kinder im Schulzimmer ersetzt

Am Universitätskinderspital beider Basel UKBB startet Ende Februar das Pilotprojekt "Avatar Kids", bei dem langfristig kranke Kinder im Spital oder daheim über einen kleinen Avatar-Roboter mit den Schulkameradinnen und -kameraden in Kontak bleiben und am Unterricht teilnehmen können. Das Projekt wird initiiert von Jean Christophe Gostanian, CEO und Gründer der Kindercity in Volketswil

Lesen Sie den Artikel in der SonntagsZeitung (9.2.2014).

Dressur der Drohnen


Bild: Basil Stücheli.

Unbemannte Flugobjekte werden in der Zukunft in unserer Gesellschaft als Helfer, aber auch als Bedrohung eine wichtige Rolle spielen. Ein Grund, sich diese Forschung etwas näher anzuschauen.

Ich war aus diesem Grund zu Besuch an der ETH am Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik und an der Universität am Labor für künstliche Intelligenz. Im Zentrum der Forschung und des Artikels steht die Frage, wie man Schärme von Drohnen kontrollieren kann.

Her gehts zum Artikel (PDF).

 Bild: Simone Luchetta

Die empfindsamen Helfer-Maschinen kommen

Bild: Bruno Schlatter

Im "Wissen"-Bund der SonntagsZeitung stellen wir die sechs Forschungsprojekte vor, die sich um die EU-Forschungsgelder bewerben. Den Auftakt machte ich mit einem Artikel über das Forschungsprojekt "Robot Companions for Citizens", an dem der Zürcher Informatik-Professor Rolf Pfeifer massgeblich beteiligt ist. Es war wie immer spannend, sich mit dem Vollblut-Robotiker  und -Forscher in seinem Büro voller Souvenirs aus der ganzen Welt zu unterhalten. Sein Spezialgebiet ist "Morphological Computing". Dabei geht es darum, dass Form und Material, wenn richtig eingesetzt, viel an Bewegung automatisch übernehmen; das heisst, es muss nicht alles programmiert werden, damit sich ein Roboter bewegen kann, vielmehr spielt der Körper mit, wenn man weiss wie das passiert. Dabei steht die Natur Modell. So wollen die Zürcher Forscher etwa herausfinden, wie ein Tintenfisch seine Arme bewegt, um das dann auf weiche Systeme anzuwenden.

Mehr in der SonntagsZeitung vom 27. Mai 2012 (PDF).

 

"Das iPhone ist ein Parasit"

 Bild: Bruno Schlatter für die SonntagsZeitung

Ich besuchte Professor Rolf Pfeifer, eine Kapazität in der Künstlichen Intelligenz (KI)- Forschung, in seinem Labor an der Universität Zürich. Ich wollte von ihm wissen, was er von SIRI, der sprachgesteuerten persönlichen Assistentin auf Apples neuem iPhone 4GS hält. Ich hatte Glück, den Robotiker in Zürich überhaupt anzutreffen: Denn zwei Drittel seiner Zeit ist er unterwegs, gerade war er aus Japan zurückgekehrt.

In den gegen zehn Räumen des KI-Labors basteln und tüfteln Stundenten an den Robotern von morgen; zwei Drittel der Forschung finanziert die EU. "Unsere wichtigste Erkenntnis ist, dass Intelligenz nicht etwas ist, das sich vor allem im Kopf abspielt, sondern im ganzen Organismus", sagt Pfeifer. Deshalb bauen seine Leute Kreaturen aus Metall, Silikon, Kunststoff mit Gummi-Sehnen und kleinen Motoren als Gelenken, die etwas Spezielles können: Laufen, schwimmen oder graben. "Das Hirn steuert nicht alle unsere Bewegungen. Beim Gehen überlegen wir nicht, wo wir den Fuss hinstellen. Die Bewegung wird weitgehend durch die Bauart des Körpers bestimmt."

Pfeifer wieselt von einem Raum zum andern und bittet die Forscher, mir kurz zu erklären, warum es bei Ihrem Roboterchen genau geht: "Just two minutes, please". Wenn ich und der Fotograf nur noch Bahnhof verstehen, entgeht ihm das nicht, und er sagt schnell: "Das könnte jetzt zu sehr ins Detail führen". 

Rolf Pfeifer ist ein äusserst angenehmer, geduldiger und anregender Gesprächspartner.  Die Gestelle in seinem Büro sind vollgestopft mit Souvenirs,  leeren Bierflaschen und Tassen aus aller Welt, Bücher, DVDs und Schnapsflaschen - alle noch verschlossen. Irgendwo in der Ecke entdecke ich eine zusammgerollte Matratze und ein Kissen - das Notlager für lange Arbeitsnächte.

Lesen Sie das Interview mit Rolf Pfeifer, erschienen in der SonntagsZeitung vom 6. November 2011 (PDF)

Bei weitem nicht alles hatte in der Zeitung Platz, deshalb hier noch ein paar Zugaben:

Sie waren in Japan. War Siri dort ein Thema?

Ich hatte dort ganz anderes zu tun. Ich musste einen Roboter, der einer Amöbe nachgebaut ist, begutachten. Man kann sehr viel lernen von Amöben. Sie können Optimierungsprobleme lösen. Unglaublich, das sind Einzeller.

Auch in den Medien war Siri kein Thema?

Bei den Japanern gibt es zwei Dinge, die sehr positiv bewertet sind: Das eine ist neu. Alles was neu ist, ist schon einmal gut. Und zweitens Technologie. Je mehr Technologie desto besser. Darum würde ich annehmen, dass es ein grosses Thema ist.

Wird sich Siri weiter entwickeln?

Ich könnte mir denken, dass sich die Technologie weiter entwickelt. Wie gesagt: auch wenn man jetzt sagt, das sei noch etwas unbeholfen... wenn da viele Leute ihren Beitrag geben, wird sich die Technologie sukzessive verbessern. Je nachdem wird man sie für gewisse Dinge einsetzen und für gewisse nicht. Ich bin optimistisch, dass das irgendwo Anwendungen finden wird. 

Haben Sie eine Idee, wo das sein könnte?

Zwei drittel meiner zeit bin ich im Flugzeug oder irgendwo, dann könnte ich mir denken, dass en gerät mit verschiedenen Eingabemodalitäten - etwa tasten, berührung und sprache - extrem nützlich sein könnte zum Arbeiten. 

Könnten Sie Siri für Ihre Forschungen verwenden?

Wenn wir  mit unseren Robotern an Ausstellungen gehen, fragen die Leute häufig: Kann er sprechen. Das ist einfach nicht unser Gebiet, aber könnte ich mir vorstellen, ein iPhone in den Roboter einzubauen und dann kann man mit dem Roboter sprechen. Das wäre für den Showeffekt.  Zweitens kann man untersuchen, wie Leute mit Robotern interagieren. Wenn nun ein Roboter spricht, werden die Leute anders mit ihm interageren als wenn er keine Sprache spricht. 

Werden wir Roboter in der Alterspflege einsetzen?

Maschinen werden wir in der Alterspflege auf jeden Fall haben. Dann denken wir immer: das ist ja schrecklich, wenn man sich von einer Maschine pflegen lassen muss. Aber wenn sieein kapuutes Knie haben und zwischen Lift und eine person, die sie rauf trägt, wählen müssen, was nehmen Sie?

Den Lift.

Sehen Sie. Das heisst, Sie ziehen die Maschine dem Menschen vor. Die Maschine erlaubt mir, Dinge zu  machen, die ich ohne nicht könnten ... Das heisst ja nicht, dass man keinen Besuch wünscht, aber dann kann man mit dem Besuch wenigstens das machen, was man machen will und muss nicht die peinlichen Sachen über sich ergehen lassen. Das ist für mich keine Schreckensvorstellung sondern im Gegenteil: Das sind Companions, Maschinen, die einem helfen.