Zipped

Zipped: Die Chinesen kommen

Letzte Woche zeigte der chinesische Netzausrüster Huawei erstmals in der Schweiz öffentlich sein Gesicht. In Zürich stellten sie ihr erstes Smartphone für den Schweizer Markt vor. "Sie", das sind Verkaufsdirektor Felix Kamer, Geräte Manager Daniel Meier und Pressefrau Michèle Wang. "Für Schweizer Verhältnisse sind wir einer riesiger Konzern, in  China dagegen haben wir eine durchschnittliche Gröse", sagte Kamer etwa in urschweizerisch gefärbtem Englisch.

Auf die Frage, wie es denn nun mit der Regierungsnähe von Huawei stehe, meinte Kamer freundlich lächelnd: "Also wir hier merken  nichts. Es ist eine ganz normale Firma".  Wer dort der Pressekonferenz beiwohnte, dem kam es ganz genau so vor. 

Hier gehts zum Video.

Erschienen in der SonntagsZeitung vom 12. August 2012.

 

 

Zipped: Sopa um Pipa

Ein Tech-Kommentar zu Gesetzesvorlagen in den USA, die das Urheberrecht schützen sollen. (Natürlich hätte ich statt von "Königinnenschwestern" von "Prinzessinnenschwestern" sprechen sollen, aber die Royals sind halt nicht mein Spezialgebiet.)

Chaotischer Bubenstreit mit Folgen

Mein "Zipped" in der letzten SonntagsZeitung widmet sich dem Streit zwischen dem Ex-Wikilkeak-Mann Daniel Domscheit-Berg (DDB) und Wikileaks-Chef Julian Assange. Unter anderem geht es um 3000 Dokumente, die DDB beim Weggang von Wikileaks mitgenommen. Er wolle sie erst wieder zurückgeben, wenn Assange beweisen könne, dass seine Whistleblower-Plattform Wikileaks wirklich sicher sei. Das hat DDB im Frühling auch im Interview gegenüber der SonntagsZeitung bestätigt.

Mittlerweile zieht der Streit weite Kreise -  bis in den Chaos Computer Club (CCC) bzw. zu Andy Müller-Maguhn, der nach eigenen Angaben zwischen den beiden Streithähnen zu vermitteln suchte. An einem Hackertreffen vorletztes Wochenende in Deutschland eskalierte der Streit mit dem Ausschluss von DDB aus dem CCC.

Jetzt gibt es neue Schlagzeilen, die einem zu denken geben: Wie der deutsche "Freitag" schreibt, hat Wikileaks ein noch viel grösseres Sicherheitsproblem als bisher bekannt war

Das alles könnte uns eigentlich kalt lassen - lasset beleidigte Bubenegos halt "chären", was interessiert es uns - wenn es letztlich nicht um die Idee der Transparenz durch Whistleblower-Plattformen ginge, die auf dem Spiel steht.

Und der Fall zeigt auch, dass wir eines nicht vergessen dürfen: Dass bei der ganzen Diskussion um Sicherheit und sichere Plattformen der Mensch und seine empfindliche Seele der grösste Unsicherheitsfaktor ist und bleibt.