Fazit: Das grosse Selfie-Interview

Meine #Rauszeit ist um. Zeit, sich zu stellen. Deshalb zehn Fragen an mich selbst:

1. Wie hast du die letzten Tage verbracht?

Ich hatte etwas Pech und habe mir Mitte letzter Woche eine Bindehautentzündung zugezogen, was ich jetzt nicht genauer deuten möchte… ;-) Auf jeden Fall fühlte sich das an, als stecke ein Zahnstocher im Aug, es tränte fürchterlich und ich war nicht gut drauf. Gleichzeitig wollte ich das Multimedia-Storytelling-Projekt für den Kurs fertigstellen, arbeitete mich wieder und wieder durch die vielen Familienalben, scannte Bilder, erstellte Videos…kurz: verlor etwas den Durchblick, Stress kam auf ;-) Ich schaffte es dann - wie fünf der sechs Kursteilnemenden ebenfalls - nicht ganz und werde das Projekt nächste Woche abschliessen. Ist eben nicht ganz ohne, sich mit der eigenen Familie zu beschäftigen.

2. Morgen gehts wieder los. Wie fühlst du dich?

Gut, erholt, leicht. Der Horizont hat sich wieder geweitet. 

3. Wie hast du die drei Monate erlebt?

Im ersten Monat April, gemäss meinem "Programm" mein offizieller "Erholungsmonat", fühlte ich mich nicht so toll. Ich war müde, müde, müde (trotz einer Woche Ferien in Andalusien und o und eine Verspannung in der Schulterwarf mich auf mich zurück. Ich konnte den Arm kaum bewegen, ohne dass es schmerzte. Gleichzeitig merkte ich, wie mein Körper, mein Geist ständig unter Strom standen. Ich erwachte jeden Morgen um fünf Uhr (obwohl ich faktisch doch keinen Stress hatte) und sofort hatte ich diese Gedanken im Kopf: Disqualifiziere ich mich mit dieser Rauszeit nicht selbst? Bin ich nicht doch faul? Oder ein Schwächling? Was denken „die Anderen“? etc. etc. Dann wieder: Nein, du machst es genau richtig, nimm dir die Zeit, anderes zu sehen, auszuprobieren, dich weiterzubilden, Luft zu schnappen... So ging es im Kopf ständig hin und her - total anstrengend.

In der zweiten Mai-Hälfte nahm diese Ambivalenz dann ab, ich kam runter, konnte besser schlafen, wurde nicht ständig von schlechtem Gewissen umgetrieben. Die Konferenz in Amsterdam war eine Highlight, weil ich sie ohne Produktionstress besuchen konnte. Wunderbar! Luxus pur! Gleichzeitig nahm das Multimedia-Projekt immer mehr Platz ein, wieder geteilte Gefühle. Einerseits spürte ich, dass ich mir damit einen rechten Brocken aufhalse, andrerseits hatte ich Lust, mich mit der Geschichte meiner Mutter auseinanderzusetzen. Wann, wenn nicht jetzt?

Der absolut tollste Monat war dann der Juni. Zum einen wegen des Wetters :-)) zum andern fühlte ich mich auch erstmals wieder wirklich gut. Im Juni konnte ich die Rauszeit wirklich geniessen, ohne dass mir negative Gedanken dauernd dazwischen funkte. Ich spürte, ich bin auf dem richtigen Weg. 

4. Was waren die Höhepunkte?

Das Bimaru beim Tagilesen zum Zmorge, der Besuch des kaum frequentierten Fitnessstudios am Vormittag, das Lunchkino (eine absolute Entdeckung: grosse Filme zum - mit Carte Blanche - kleinen Preis!), am Freitag Markt-Morgen mit Michael, die Panama-Bar im Oberen Letten frühmorgens - ideal zum Arbeiten. Und überhaupt das sommerliche Wetter im Juni, ich war soviel im Wasser wie in den letzten 10 Jahren zusammengenommen, ich habe entdeckt, dass ich den Sprung ins Nass eigentlich sehr mag. 

5. Gab es auch Tiefpunkte?

Der erste Monat mit Verspannungen und nagendem Zweifel.

6. Hat dir die Rauszeit gebracht, was du dir erhofft hattest?

Ja, über weite Strecken. Ich fühle mich erholt, habe eine verloren geglaubte Nonchalance wieder gefunden, (wenigstens ansatzweise. Jedenfalls gut zu wissen, dass sie noch da wäre.. ;-), und habe einiges dazugelernt. Für vieles hat es aber nicht gereicht, so hätte gern noch mehr experimentiert mit 360°-Videos oder mehr Zeit zum Programmieren gehabt.

7. Stichwort Weiterbildung: Du wolltest die Zeit ja auch zur persönlichen Weiterbildung nutzen. Hat das geklappt?

Ja, ich habe, auch im Rahmen des besuchten Kurses zum Multimedialen Storytelling, einige Tools zur digitalen Produktion ausprobiert, etwa verschiedene Software zum multimedialen Erzählen, Online-Tools zur Herstellung von Grafiken, Karten, Timelines oder Cinemagraphs, Schnittprogramme wie iMovie vertieft und 360 Grad-Kameras und VR-Filmen ausprobiert.

Auch in Sachen Coding habe ich mich etwas umgesehen, wenn auch - wegen des MM-Projekts - weniger intensiv als geplant. Immerhin habe ich erste „Sprechversuche“ mit Python gemacht und möchte da auf jeden Fall weiterfahren. Mir macht das logische Knobeln Spass.

8. Würdest Du es wieder tun? 

Wenn ich es mir leisten kann, auf jeden Fall. Auch wenn ich Angst davor hatte, es hat sich gelohnt. Ich erkenne mich langsam wieder.

9.  Würdest du etwas anders machen? Was?

Wenn möglich, würde ich vier Monate raus. Drei Monate sind eigentlich - so snobistisch das jetzt vielleicht tönt - zu kurz. Jetzt erst fühle ich mich so weit aufgepäppelt, dass ich Zukunftspläne schmieden und umsetzen könnte. Mindestens 2 Monate musste ich für Erholung rechnen, da sollte man eigentlich nicht ständig vor dem Bildschirm sitzen, auch nicht, wenns Spass macht. 

10. Wie geht es weiter? Was nimmst du mit?

Ich möchte auf jede Fall versuchen, auch kleines Glück, das ich gefunden habe, beizubehalten. Ich möchte mehr ausserhalb der Redaktion arbeiten, auch mal im Freien, ab und zu ins Lunchkino oder über Mittag in den See springen...

Ansonsten geht es erst mal zurück in die Redaktion. Ich freue mich auf meine Kolleginnen und meine Kollegen und auf neue, spannende Digital-Geschichten. Diese werden künftig überall in der SonntagsZeitung erscheinen, was für mich mehr Freiheit bei der Themenwahl und in der Gestaltung der Texte bedeutet. Bin gespannt!

Mittelfristig möchte ich mehr auf digitale Produktion verlegen und mir in den nächsten Monaten gezielt Skills in diesem Bereich holen. Genaueres weiss ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht, da bräuchte ich eben noch den vierten Monat ;-)

Ich bleibe auf jeden Fall dran. - Du auch? Dann schau doch auch in Zukunft mal vorbei. Würde mich freuen. Oder schreibe mir, was du über eine #Rauszeit denkst.

 

Sun, Fun...

Was ich so treibe?

Die letzte Tage sahen alle etwa ähnlich aus:

  • Ich schreibe am Projekt,
  • code frühmorgens gern in  der Panama Bar der Lettenbadi Python oder versuche es jedenfalls - habe grad einen Hänger, da muss ich heut nochmals ran.
  • Weiter setze ich ein privates Adobe Spark-Projektlein um.
  • Zwischendurch lese ich über Indonesien und den Kolonialismus in der Badi. 

Und heute morgen war ich natürlich noch auf dem Markt.

Herrlich! Ich habe langsam wieder Oberwasser.

 

Erstkontakt mit Python

"Welcome!

Python is an easy to learn programming language. You can use it to create web apps, games, even a search engine!

Ready to learn Python? Click Save & Submit Code to continue!"


Das hiess es gestern morgen, als ich auf Codecadamy mit dem Python-Online-Kurs begann. Ja, ich habe mich entschlossen,  in der verbleibenden Zeit doch noch einen kleinen Abstecher ins Coding zu wagen. Ich habe mich für Python entschieden, da ich HTML vor Jahren im Rahmen eines Webdesign-Workshops bereits gelernt habe. 

Bis jetzt macht es recht Spass, eine neue Programmiersprache zu lernen (gestern etwa 2 Stunden, heute zwei - in der Badi...). Allerdings ist Programmieren, wie jede neue Sprache, am Anfang einfach und Fortschritte schnell gemacht. Wie das künftig weiter geht, wird sich zeigen. Und ebenso, ob das zu Lernen für mich Sinn macht. Den soviel ist sicher: Das ist kein Spaziergang. Noch kann ich das aber nicht abschätzen. 

Dafür das: Mich dünkt die Online-Lernplattform Codecademy recht gut gemacht. Schritt um Schritt - und sofort sieht man, ob man richtig gedacht hat. 

Natürlich wartet auch noch das Multimedia-Storytelling-Projekt auf seine Vollendung. Das ist ein grösserer Brocken, nimmt aber trotzdem langsam Form an.

Und last but not least will auch das schöne Wetter genutzt sein :-) Nicht ganz einfach, alles unter einen Sonnenschirm zu bringen ;-)

Happy Summertime!

Timelines, interaktive Maps, Hotspots etc

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Hätte ich nicht gedacht: im Gärtli schaffen geht hervorragend. Vögel zwitschern, Blätter rauschen im Wind und ab und an dröhnt fern ein Flugzeug...

Während ich mir Tools wie Storymaps anschaue und mich frage, ob man die in Pageflow nutzen kann? Ich denke nicht, aber vielleicht bringt der morgige 4. Kurstag in der EB Zürich mehr  Klarheit. 

Im Garten wörken hat aber  auch seine Tücken: 

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Heute Interview-Termin

Für einmal unterwegs zu einem Interview, das ich geben muss. Aline Clauss interessiert sich in ihrer Masterarbeit in Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Fribourg  für meine  Einschätzung und Meinung zur Digitalisierung. :-)

 

Kinder, wie die Zeit vergeht

Wow, mit diesen vielen Feiertagen vergeht die Zeit  wie im Flug. Bald ist der zweite meiner drei Monate zu Ende und ich komme langsam in die Bredouille:

Zum einen muss ich mein Multimedia-Projekt für den Kurs an der EB Zürich vorantreiben und sollte bis zum 9.6. den Text dafür haben. Bis jetzt steht noch keine Zeile. Und es ist erst noch einfach totales Badewetter (btw: heute half ich der Schule Limmat B in Zürich am Sporttag. Ja, solche wilden Sachen mache ich auch noch...)

Und zum andern steht mein Juni ja unter dem Motto "Programmieren", sprich, ich möchte eigentlich verschiedene Programmiertools ausprobieren und schauen, ob mir das zusagt, was es mir bringen könnte etc.. Allerdings braucht das ebenfalls seine Zeit. 

Ihr seht schon, das alles wird knapp. Das Kursprojekt werde ich auf jeden Fall prioritär behandeln müssen. Heisst auch, viel lesen, über Indonesien und Holland. Und das Filmmaterial sichten, das ich von Hans mitgebracht habe. 

Es zeichnet sich ab, wie aufwändig solche multimedialen Projekte sind, vor allem, wenn man sie allein umsetzt, also selbst filmt, schneidet, fotografiert und textet, und alles zusammen setzt, ohne Hilfe von einem Fotografen oder Videojournalisten. Aber diese Vielseitigkeit wirkt auf mich auch extrem attraktiv, da ich die anderen Medien mit Bildern, bewegten Bildern und Ton mindestens so gern habe wie Text. 

Nachtrag 2. Tag TNW

Auch der zweite Konferenz-Tag brachte ein paar spannende Gedanken. 

Etwas enttäuschend fielen allerdings die Sieger der Start-up Battles aus. Ein Firma, die eine Biermaschine entwickelt hat (analog zur Nespresso Maschine) und eine Reiseplattform, über die man Geschäftsreisen einfach buchen kann. Den dritten Preisträger hab ich schon vergessen...

Fazit zur Konferenz: Gut organisiert, spannendes Publikum, ein Netzwerk-Anlass par excellence, aber vom DLD in München habe ich letztlich mehr Inspiration, Innovation und spannende Ideen mit nach Hause genommen. 

 

Digitalisierung auch in der ZB angekommen

Zentralbibliothek Zürich

Zentralbibliothek Zürich

Gestern war seit langer Zeit wieder in der ZB (Zentralbibliothek) und suchte Bücher über den Kolonialismus in Indonesien. Dabei stellte ich erstmals fest, dass die Digitalisierung nun doch auch das Bibliothekswesen eingeholt hat ;-)

Recherchieren kann man heute im Bibiitheksverbundkatalog als registrierte Nutzerin von jedem Online-Rechner aus, ebenso Bücher bestellen - und gewisse dank Google sogar online lesen :-) Echt cool. 

Auch bestellte Bücher abholen funktioniert automatisch, das heisst, ich muss mit keiner einzigen Person sprechen, um zu einem Buch zu kommen. An manchen Tagen ist das super - und an manchen fehlt da was. Sowas wie menschlicher Kontakt, soziale Interaktion. Aber lassen wir das.

 

2. Tag TNW

Schauen, was der heutige Tag bringt. Jedenfalls sehr herbstlich heute draussen.  

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Hübsche Lichtshow.  

BTW: Muss zugeben, es fällt mir nicht leicht, nichts zu posten, auf Twitter etc. , obwohl ich mir das vorgenommen habe. Schliesslich bin ich hier ja in meiner #Rauszeit. Verrückt, hätte ich nicht gedacht.

1. Tag TNW-Konferenz

Heute habe ich also erstmals die TNW-Konferenz besucht, die grösste Web-Konferenz in Europa, die heuer bereits zum 12. Mal stattfindet. Wunderbar, nach so einem Tag - interessant, Unmassen von Infos, die zu verarbeiten sind - abends nicht noch schreiben zu müssen, sondern nur noch zu dürfen. 

Mein Fazit zum Tag:

1. Der Veranstaltungsort ist super
Die Konferenz findet im Westerpark statt, ein Ort, wo die Amsterdamer, ob Gross oder Klein, gern ihre Freizeit verbringen. Nebst vielen Grünflächen gibts in den anliegenden ehemaligen Fabrikgebäuden auch Restaurants und Kneipen, eine Brauerei und Shops - also ein tolles Nutzungskonzept, das dem ganzen Quartier zugute kommt. Jetzt während der Konferenz sind die verschiedenen Aktivitäten (Workshops, Start-up Battle, Speeches, Start-up Battles etc.) in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht - das ist praktisch und Platz hat es meist für alle.
Allein beim Essen gibts etwas zu meckern: Es gibt zwar hervorragenden Streetfood (indische Currywraps, holländische Würste (fast so gut wie St. Galler Schüblige), Suppen, Salate, Fries, Pizza oder natürlich Burger), allerdings sind die Warteschlangen zu den Stosszeiten enorm lang. Da hab ich schon fast keinen Hunger mehr, bis ich den Burger endlich in den Händen halte.

2. Zu viel "ich bin so cool"-Gelaber
Die Veranstalter finden sich selber super und auch die Besucher finden sich alle toll: "We are the future" steht auf den Stirnen geschrieben. Das freut mich für sie und auch für mich, denn die Leute sind alle super gut drauf, aber dieser Gestus kann mit der Zeit auch auf die Nerven gehen. 

3. Enttäuschung des Tages
Mehr erwartet habe ich vom Auftritt der Spitzen-Youtuberin Taryn Southern über The Future of Storytelling. Was ist mir geblieben? Nicht viel, ausser dass sie künftig auch nicht davor halt macht, mit Maschinen zu partnern, um Musik zu machen. 

4. Highlights des Tages
Da gab es zwei. Erfrischend fand ich den Auftritt von Stephanie Alys, CEO von MysteryVibes. Ein SexTech-Hersteller-Startup muss sich viele Gedanken, um überhaupt ernst genommen zu werden, das war sehr erhellend. Auch ihre Idee von Open Sex Toys Data - und unter welchen Bedingungen sowas denkbar ist, hat Potenzial.
2. Überflieger Highlight für mich war klar Nir Eyal mit einer "Zurück zu einer Ethik"-Message - Töne, wie man sie an so einer Veranstaltung sonst nicht hört: "Ihr macht die Zukunft. Aber baut sie so, wie ihr sie euch wünscht". Und: Man soll es mit den Handy-Nutzern machen wie mit den Rauchern: Will ein Gast das Handy hervorholen oder holt er hervor, bitten wir ihn, rauszugehen. - Eine Überlegung wert!

5. Ausgezeichnete TNW-App!
Diese App zum Event kann man sogar gebrauchen! Sie gibt  scrollend Überblick über das gesamte Programm - was vorbei ist, wird abgedunkelt dargestellt. Praktisch. Klickt man eine Veranstaltung an, erfährt man etwas über die Speaker und Firmen. Und man sieht immer auf den 1. Blick was grad auf welcher Bühne läuft. Mehr brauchts nicht, aber das funktioniert. Chapeau!