Von Takes, Audiozoom und Klappen

Mit Audiozoom zum besseren Video-Ton: Multimediales Storytelling EB Zürich, Kurstag 2.

Mit Audiozoom zum besseren Video-Ton: Multimediales Storytelling EB Zürich, Kurstag 2.

Letzten Freitag fand also der 2. Kurstag an der EB Zürich statt. Am Vormittag wurde uns am Beamer anhand von zwei Beispielen gezeigt, welche Möglichkeiten und Grenzen die kostenlosen Tools Pageflow und Spark von Adobe haben. Mit beiden lassen sich recht hübsche Scroll-Reportagen bauen, ohne dass man dafür programmieren können muss. 

Etwas schade fand ich, dass wir noch nicht selbst erste Gehversuche mit den Tools machen und die Software gemeinsam ausprobieren konnten. So blieb das Ganze immer noch etwas abstrakt. Ich persönlich kenne Pageflow bereits, aber oberflächlich, da ich vor Monaten mal etwas damit herumgespielt, aber die Sache wegen Zeitmangels nie vertieft habe. Das möchte ich jetzt eben nachholen. 

Vom Einkaufstourismus bis zur Familienstory

Dann stellten wir einander unsere Konzept-Entwürfe vor. Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze, von der "Einkaufstourismus"-Repo über "Minimalismus", einer Image-Story für ein neues Medien-Angebot, einem Kunstprojekt über Mobilität bis hin zu meiner Familiengeschichte und einem Werbe-Projekt über eine Churer Uhrmacherin.

Vielleicht hätten wir Zeit sparen können, wenn die Konzepte im Vorfeld nicht nur den Kursleiterinnen, sondern auch den Teilnehmenden zugeschickt worden wären. Dann hätten sich alle auf den Kurs hinüber die Pläne der anderen schon informieren können, und wir hätten das nicht nochmals im Plenum tun müssen. Stattdessen hätten wir uns von Beginn weg auf Feedback und inhaltliche und konzeptionelle Diskussion konzentrieren können.

Video-Werkstatt

Am Nachmittag ging es dann um Video und die Video-Sequenzen in unseren Projekten. Kursleiterin und Film-Frau Anna-Lydia Florin gab anhand von Portrait-Clips Einblick ins Filmen und erklärte, worauf wir achten müssen, damit die Videoaufnahmen nicht zum Frusterlebnis werden ("zuerst immer aufs Licht achten", Hintergrund, Abstand zur Wand, Augenlicht, Blickrichtung,  etc.).

Dann gab es ein wenig Theorie zum Schneiden: Achsenspung vermeiden, Aufnahmestandpunkt um 30 Grad ändern für die nächste Einstellung, Infos zu Close-up, Totale, Halb-Totale etc., in die Bewegung hinein schneiden etc. 

Das war alles interessant und vieles neu für mich. 

Kleines Problem bei der Sache vielleicht: Noch waren und sind die Konzepte ja nicht fertig ausgearbeitet und nicht alle Teilnehmer wissen bereits, was genau sie filmen möchten. Wir übten teils also sehr im Abstrakten. 

Mit dem Audiozoom nach Holland

richtmikrofon

Ich dagegen hatte Glück, da ziemlich klar ist, dass sich mein Videoteil auf ein Interview mit Hans beschränken wird. Es galt als, die Einstellung und den Kamera-Aufbau zu üben, dann bekam ich ein Audiozoom und eine Richtmikrofon in die Hand gedrückt, das ich nächste Woche mit nach Holland nehmen werde.

Morgen in einer Woche werde ich nämlich nach Wanssum zu Hans reisen und ihm ein paar Fragen zur Familie stellen. Er ist der letzte aus der Generation meiner Mutter, den ich noch nach fragen kann. 

DasJahrhundertBuch

Bis dahin werde ich meine Rauszeit auch dazu nutzen, endlich einmal die alten Fotoalben meiner Mutter (1932-2013) durchzusehen. Gleichzeitig lese ich zur Einstimmung nochmals das Buch "Das Jahrhundert meines Vaters" des holländischen Historikers und Journalisten Geert Mak - hochinteressant, eine grossartige Verbindung von Welt- und Familiengeschichte, spannend zu lesen.

Unter anderem erzählt er darin von seiner Familie, die vor dem 2. Weltkrieg in Sumatra lebte, genau wie mein Grossvater Simon Taconis. 

Konkurrierende #Rauszeit-Projekte

Dafür zeichnet sich langsam ein erstes strukturelles Problem ab: Meine TheNextWeb-Konferenz, die ja ursprünglich der Grund für meine Reise nach Amsterdam war, rückt etwas in den Hintergrund. Ich merke, dass Zeit und Ressourcen knapp werden dürften, beide Vorhaben gleich konzentriert zu verfolgen...