Beitrag vom 27.01.2013 (PDF)

GENIALE KLANG- KISSEN

 

Denon und Marantz bieten Apple-Dockingstations zum Streamen

Von Simone Luchetta

Mit Marantz und Denon bringen gleich zwei US-Hersteller traditionell hochwertiger Hi-Fi-Geräte Dockingstations für iPod, iPad und iPhone auf den Markt. Schaffen sie es, mit ihren Produkten aus dem überfüllten Marktsegment herauszustechen?

Zuerst zu Denon. Der Hersteller steigt gleich mit zwei Modellen der neuen Cocoon-Serie ein: Cocoon Home für den Einsatz daheim und Cocoon portable für unterwegs; Ersteres haben wir näher angeschaut: Die kantenlose, kokonartige Form besticht auf Anhieb und wirkt elegant. Die Verarbeitung und die verwendeten Materialien - schweres Aluminium für den Fuss und erstklassiger Stoff für die Bespannung - tragen zum guten Eindruck bei. Drückt man vorne auf die Lade, springt sie auf.

Steckt man das Apple-Gerät auf - fürs neueste iPhone und iPad mini ist allerdings ein Adapter nötig -, lässt sich Musik abspielen; die mitgelieferte Fernbedienung steuert. Interessanter ist die Möglichkeit, Musik übers Heimnetz zu streamen - vom Apple-Device aus, aber auch von Android- oder Windows-Handys. Dazu muss man die entsprechende App herunterladen. Das Einbinden ins Netzwerk ist damit kinderleicht. Auch die beigelegte Kurzanleitung hilft. Musik lässt sich aber auch vom PC, Mac oder einem Musikserver wiedergeben. Zusätzlich weist Cocoon Anschlüsse für Ethernet, USB oder einen 
Audioanschluss auf.

Besonders zu erwähnen ist die Internetradiofunktion. Mehrere Musikstile oder Zehntausende Sender stehen zur Auswahl. Wählt man etwa SRF 3, kann man zwischen laufendem Programm und Podcasts der Sendungen wählen. Das ist praktisch! Und der Klang? Ist gut, er könnte aber etwas detailreicher und voller sein. Cocoon Home gibt es in Weiss oder Schwarz für 800 Franken.

Als hörte man hier Gitarren und dort Drums und Gesang

Die Consolette des Konkurrenten Marantz sieht nicht nur ähnlich aus, es scheint auch sonst, als käme sie aus derselben Küche: Es gibt sie in Weiss oder Schwarz; sie hat einen versenkbaren Docking-Schacht - Musik kann von denselben Quellen gestreamt werden (allein Windows-Geräte bleiben aussen vor), die Anschlüsse sind identisch, die App ist gleich aufgebaut, ebenso die Kurzanleitung und die Verpackung.

Zu den Unterschieden: Die Consolette ist etwas imposanter, hat zusätzlich ein Frontbrett aus gebürstetem Metall, und die Rückseite ist aus Walnussholz gefertigt. Und der Klang? Der ist exorbitant. Mag sein, dass daran die «zwei speziell entwickelten BMR-Treiber mit ihrer einzigartigen 180-Grad-Abstrahlung» (Produktebeschreibung) beteiligt sind. Jedenfalls füllt sich der Raum mit Musikinstrumenten: Es ist, als hörte man die Gitarre hier, Drums dort hinten und den Gesang vorne rechts. Eine erstaunliche Leistung von so einem kleinen Gerät. Es ist die 1250 Franken wert.

 

Publiziert am 27.01.2013
von: sonntagszeitung.ch